Überspringen zu Hauptinhalt

Diese kleine Auflistung erwähnt die wichtigsten Erfolge in der Restaurierung der Rostocker Marienkirche. An den hier genannten Projekten war der Förderverein entweder direkt an der Finanzierung oder an der Mitteleinwerbung beteiligt.


2021 Abschluss der Innensanierung

Nach einer Unterbrechung sind die letzten Fenster sind im Nordwestbereich über der Kleinschen Kapelle gesichert und das Gerüst abgebaut worden. Die reinen Sicherungsmaßnahmen sind damit nach 30 Jahren offiziell beendet.


2019 Reinigung des Rochus-Altars

Am östlichen Ende des Südschiffes steht der Rochus-Altar, das einzige vollständig erhaltene Zeugnis mittelalterlicher Altarkunst aus dem Bestand der Marienkirche. Der um 1530 geschaffene Altar wurde 2019 gereinigt.

 


2016 Restaurierung der Kanzel

Der Kanzelkorb (Unterteil) stammt aus dem Jahr 1574 und ist ein wichtiges Beispiel von unmittelbar von der Reformation beeinflusster Kunst. Der barocke Schalldeckel wurde 1723 hinzugefügt. Die Restaurierung beinhaltete auch Maßnahmen zur Dekontamination von Holzschutzmitteln. Insgesamt wurden 171.000 Euro aufgewendet.


2015 Restaurierung der östlichen Chorfenster

Die drei östlichen Chorfenster zeigen Christus, David und Johannes. Entdeckt wurde während der Restaurierungsarbeiten das Datum des Einbaus der Malereischeiben in den St. Marienchor. Als weitere Inschrift sind zu finden die Namen der Rostocker Handwerker, die die Arbeiten 1893 ausgeführt haben. Sie waren bereits bei der Restaurierung der Fenster in der Vorsteher-Kapelle und dem darüber liegenden Obergadenfenster entdeckt worden.


2015 25 Jahre Förderverein


2014 Restaurierung der Gewölbe des nordöstlichen und östlichen Kapellenkranzes

Hier waren umfangreiche Arbeiten zur Sicherung der Gewölbe und zur Reparatur starker Risse erforderlich. Anschließend wurden die reparierten und sanierten Gewölbe gestrichen. Weiterhin wurde die barocke Bemalung der Gewölberippen restauriert.


2011 Zwei neue Glocken für St. Marien

Die neue Abendmahlsglocke hat einen Durchmesser von 103 Zentimetern und ein Gewicht von 730 Kilogramm. Die Glocke soll zum Abendmahl läuten und die mittelalterlichen Glocken entlasten. Die künstlerische Ausgestaltung übernahm wie schon bei der neuen Betglocke der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich. Die Betglocke wurde, wie auch die Abendmahlsglocke, in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen. Sie ist 1915 Kilogramm schwer, hat einen Durchmesser von 136 Zentimetern und eine Höhe von 140 Zentimetern.


2010 Sanierung des Turmes

In diesem Zeitraum wurden viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeführt, so etwa wurde das Dach völlig neu eingedeckt, im Osten mit Kupferplatten und im Süden, Westen und Norden wiederum mit Nonne-Mönch-Ziegeln. Umfangreiche Arbeiten wurden auch an der Fassade vorgenommen. Ein weiterer Schwerpunkt war auch die Restaurierung des umlaufenden Gesimses und des historischen Dachstuhlgehölzes, welches sich in die Jahre 1336 und 1735 zurückdatieren lässt.


2010 Reparatur der mittelalterlichen Glocken

Am 31. August 2009 gingen die historischen Glocken der Marienkirche zur Reparatur und Restaurierung in verschiedene deutsche Werkstätten. Dort wurden die am 18. November 2010 zurückgekehrten Glocken geschweißt und dort haben sie auch ihre zuvor nicht mehr vorhandenen Kronen zurückerhalten. Es handelt sich dabei um die große Glocke von 1409 aus der Monkehagen-Werkstatt, die Bürgerglocke aus der Zeit um 1300 von einem unbekannten Gießer – es ist die älteste Glocke der Marienkirche – und das Bleichermädchen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.


2009 Ein neues Ziffernblatt für die astronomische Uhr

Bereits 1994 hatte Professor Manfred Schukowski die Neuberechnung der Daten für das neue Ziffernblatt der astronomischen Uhr abgeschlossen. Restaurator Marcus Mannewitz und seine Kollegen übertrugen diese nach dem Vorbild der alten Scheibe auf die Neue. 2018 wird die neue Scheibe auf die Vorgängerscheibe von 1885 aufgesetzt und dann bis zum Jahr 2150 ihren Dienst tun. Es ist die sechste Scheibe der 1472 von Hans Düringer gebauten Uhr.


2008 Restaurierung des Buntglasfensters „Auferstehung Christi“

Das Buntglasfenster im südlichen Chorumgang der Marienkirche, das die Auferstehung Christi darstellt, ist das letzte der großen Fenster St. Mariens, die in den letzten Jahren mit großem Aufwand repariert und restauriert wurden. Das rund zwei mal zehn Meter große Fenster, das wie alle anderen Fenster auch aus der Tiroler Glasmalerei-Anstalt Innsbruck kam, war 1893 eingebaut worden. Während der Restaurierung mussten unzählige Scherben wieder zusammengefügt werden und nicht mehr vorhandene Stellen, wie etwa die Kinnpartie Christi, neu geschaffen werden.


2006 Restaurierung des Buntglasfensters „Christus als Weltenrichter“

Das Buntglasfenster „Christus als Weltenrichter“ mit insgesamt 242 Scheiben auf 120 Quadratmetern ist das größte Kirchenfenster Norddeutschlands. Die für die Restaurierung dieses außergewöhnlichen Großprojektes erforderlichen rund 250.000 Euro konnten nur dank großzügiger Spenden aufgebracht werden.


2005 Restaurierung der Mannschen Kapelle

Neben den restauratorischen Arbeiten wurden für die Erneuerung der Mannschen Kapelle zudem Reinigungsarbeiten, Rostschutzbehandlung an den Quereisen, Nachfugarbeiten am Gewölbe und an den Fenstern, das Kalken der ebenfalls gereinigten Wände sowie die Reinigung der Bleigläser vorgenommen. Auf bereits frühere Arbeiten hinweisend, fanden sich im Holz des Dachstuhls Jahreszahlen von 1868, 1901 und 1917.

2003 Restaurierung der Fenster in der Mannschen-Kapelle

Bei den Arbeiten an der Mannschen-Kapelle war es gelungen auch die von der Rostocker Familie Mann gestifteten Buntglasfenster mit in die Restaurierungsarbeiten einzubeziehen. Die 1896 vom Kommerzienrat und St.-Marien-Vorsteher August Friedrich Mann gestifteten Fenster zeigen neben religiösen Motiven auch fünf Mitglieder der Rostocker Familie Mann, darunter auch den Stifter selbst.


2002 Übergabe der restaurierten von-Heinen-Kapelle

Die Sicherungsarbeiten am Gewölbe waren hier die wichtigste Aufgabe, weiter auch die Restaurierungsarbeiten an der barocken Ausmalung und die Reinigungsarbeiten an den Holzteilen des Schnitzwerkes. Diese Kapelle enthält als einzige drei Steinsarkophage. Die militärischen Symbole weisen auf Albrecht Christopher von Heinens Karriere als General des norwegischen Heeres hin, der 1712 in Trondheim starb.


2000 Restaurierung der Westportale

Die Türen stammen aus der Zeit um 1860 als umfangreiche Erneuerungsarbeiten in St. Marien vorgenommen wurden. Seit Jahren wiesen die Portale aber zum Teil erhebliche Schäden auf. Durch die Restaurierung selbiger ist es wieder möglich, St. Marien von der Vorderseite her zu betreten. Dies ist allerdings besonderen Anlässen vorbehalten.


1996 Restaurierung des Marienteppichs

Der Marienteppich ist eine Stick- bzw. Applikationsarbeit aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Bildprogramm zeigt verschiedene auf Maria bezogene Motive. Es wird eine liturgische Nutzung als Wandteppich zum Fest „Verkündigung des Herrn“ vermutet.


1992 Restaurierung des Hochzeitstuches

Das Hochzeitstuch ist im 16. Jahrhundert als Stickerei auf weißem Leintuch geschaffen worden. Es zeigt ein vornehmes Paar, Tiere, einen Dudelsackspieler und diverse Zierelemente.


1990 Gründung des Vereins

Um das Gotteshaus nach Kriegsende nutzen zu können, wurden Dächer und Fenster nur notdürftig repariert. An eine planmäßige Sanierung St. Mariens war erst nach der politischen Wende 1989/1990 zu denken. Den Förderverein „Stiftung St.-Marien-Kirche zu Rostock“ e.V. gibt es seitdem. Alle Vereinsmitglieder sind ausschließlich ehrenamtlich tätig.

 


Die Entstehung der Marienkirche

Ein erster Kirchbau St. Marien wurde um 1220 errichtet und erstmals 1232 urkundlich erwähnt.

Zu den ältesten Teilen der heutigen Marienkirche gehören der Unterbau des gewaltigen Westwerks und der Chor (1279/1290). 1265-1279 erfolgte der Bau einer frühgotischen dreischiffigen Hallenkirche. Ab 1290 wurde diese vergrößert und im Osten ein neuer Chor samt Kapellenkranz errichtet. Im Jahr 1398 wurde die alte Hallenkirche abgebrochen und ein umfangreicher Umbau der Kirche zu einer dreischiffigen Basilika begonnen. In diese Bauphase gehört die Errichtung, der Seitenschiffe, des Querhauses und des Mittelschiffes, die von enormer Höhe und nahezu gleicher Länge sind. Um 1452 wurden die Hauptschiffe des Lang- und Querhauses mit Gewölben eingespannt. Dieser Bauabschnitt ist an den Wechselschichten aus grünlich/bräunlich glasierten und unglasierten gelben Backsteinen im Mauerwerk des Außenbereichs zu erkennen. Die mittelalterliche Substanz einschließlich Putze und Gestaltungen der Gewölbe sowie Wandmalereien sind großflächig unter jüngeren Ausmalungen erhalten und teilweise durch Freilegungen sichtbar.

Im Zuge der Reformation (ab 1531) wurde im Kircheninnern vieles an Ausstattung zerstört. Es blieben jedoch herausragende mittelalterliche Kunstwerke erhalten, wie die spätromanische Tauffünte, der Rochusaltar und mehrere gotische Altartafeln. Aus der Renaissancezeit ist die bedeutende Kanzel von 1574 erhalten.

Heute bietet sich uns eine barock gestaltete Raumfassung (1723 – 1725), die in den letzten Jahrzehnten aufwändig restauriert und rekonstruiert wurde. Die Gesamtheit der barocken Kirchenausstattung aus dem 18. Jahrhundert wie z. B. der Hochaltar (1721), die Gestaltung der Westwand mit Fürstenempore (1751) und Orgelprospekt (1770) und die Ausmalung des Kircheninnenraums stellt ein einmaliges Ensemble dar.

An den Anfang scrollen